Vor dem Gefängnis: Hoeneß‘ letzte Worte an die Bayern-Spieler

Inzwischen steht es fest: Uli Hoeneß muss für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Auch die Staatsanwaltschaft verzichtete auf eine Revision gegen das Urteil des Münchner Landgerichts, welches damit rechtskräftig ist. In einigen Wochen muss sich der frühere Bayern-Präsident deshalb in der Justizvollzugsanstalt Landsberg einfinden. Von der Bayern-Mannschaft hat er sich bereits jetzt verabschiedet. Hierfür nutzte er eine Veranstaltung, mit der die Münchner eigentlich den letztjährigen Triple-Gewinn feiern wollten.

„Macht so etwas nie!“
Wie die „Bild“ berichtete, wandte sich Hoeneß, der während seiner Rede im Restaurant „Käfer“ nahe am Wasser gebaut gewesen sein soll, mit sehr persönlichen Worten an die Profis. Sie würden alle „gutes Geld verdienen“, so der 62-Jährige. Er könne deshalb nur warnen, dass die Spieler so etwas nie machen sollten. Er persönlich habe durch seine Steuerhinterziehung „Hass kennengelernt“. Er habe nun die Chance, dies zu verarbeiten.

Hoeneß kündigt Wiedersehen an
Aber Uli Hoeneß wäre nicht der Mann, der er ist, wenn er seine Rede nicht mit einer positiven Wendung beendet hätte. So kündigte der langjährige Manager des deutschen Rekordmeisters an, dass „wir uns wiedersehen!“. Das Rätselraten darüber, ob Hoeneß nach seiner Haft noch eine Rolle bei den Münchnern spielen kann, möchte oder darf, beginnt damit bereits jetzt. Diese Phrase lässt sich zumindest in alle Richtungen deuten. Die Verantwortlichen bei den Bayern haben die Türen jedenfalls weit aufgestoßen. Matthias Sammer erklärte beispielsweise, dass der Geist von Hoeneß immer im Verein sein werde. Neu-Präsident Karl Hopfner, der lange die Finanzen für den Klub gemacht hatte, dürfte der erste sein, der zugibt, nur als Übergangslösung zu fungieren. Doch dreieinhalb Jahre sind viel Zeit, damit aus den neuen Verantwortlichen Identifikationsfiguren wachsen können, die einen Hoeneß überflüssig machen. Ob es wohl so kommt?