Eigentlich sollte beim FC Bayern München die Stimmung bestens sein. Schließlich hat der Klub das Triple gewonnen und gilt auch für die neue Spielzeit als Favorit in allen Wettbewerben. Doch der frühere Präsident Uli Hoeneß machte mit einem bemerkenswerten Auftritt im „Sport 1-Doppelpass“ deutlich, dass die Situation derzeit alles andere als Eitel Sonnenschein ist. Die offenen Personalien Thiago und David Alaba machen den Verantwortlichen offenbar sehr zu schaffen. Schuld seien andere Vereine und Berater, beharrt Hoeneß.
Hoeneß: Thiago-Interessenten versuchen Bayern zu erpressen
Eigentlich sei sich der FC Bayern mit Thiago über einen neuen Vier-Jahres-Vertrag einig gewesen, schildert der 67-Jährige. Doch kurz danach sei der Spieler gekommen und habe gesagt, er wolle doch eine große Herausforderung suchen, „was völlig okay ist“, so Hoeneß. Er vermute, dass sich der FC Liverpool und Manchester United mit dem Spanier geeinigt haben. Nun würden die Klubs versuchen, „uns zu erpressen.“ Es gebe noch immer keine offizielle Anfrage für Thiago. Die Interessenten würden bis zum Ende des Transfermarkts warten „und dann ein billiges Angebot hinhauen.“
Bemerkenswert bei diesen Aussagen: Dass United ernsthaftes Interesse an Thiago hat, war bislang gar nicht bekannt. Hoeneß hat es in einem Nebensatz öffentlich gemacht. Dies dürfte ein deutlicher Hinweis an Liverpool sein, dass die Reds nicht alleine in ihrem Werben um den Mittelfeldmann sind. Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie gut Hoeneß das Geschäft kennt und beherrscht.
Alaba und der neue Vertrag
Eigentlich soll Alaba unbedingt beim FC Bayern bleiben, „weil er ein super Junge und Spieler ist“, wie Hoeneß betont. Doch dessen Berater Pini Zahavi mache dies schwer: Der Agent fordert 25 Millionen Euro Jahresgehalt für fünf Jahre für seinen Klienten. Der Berater sei „ein geldgieriger Piranha“, schimpft Hoeneß. Zahavi verlange für sich einen zweistelligen Millionenbetrag als Honorar, fügt der langjährige Manager erbost an. Er selbst habe mit Alabas Vater immer super Gespräche gehabt und möge ihn sehr, aber dieser lasse sich zu sehr vom Agenten beeinflussen. Die letzten zwei bis drei Millionen Euro würden Alaba „nicht glücklicher machen“, aber die Gehaltsstruktur im Klub durcheinanderbringen. Dieses Argument dürfte beim Österreicher kaum verfangen.